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Insektenhotels

Insektenhotels

Die inneren Werte zählen:
Die richtige Füllung für
Insektenhotels

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Inhalt

Insekten als wichtiger Teil des Ökosystems

Insektenhotels und ihr Beitrag zum Naturschutz

Ungeeignete Füllmaterial

Insektenhotel kaufen – aber artgerecht!

Das richtige Insektenhotel Füllmaterial

Häufige Fragen - FAQ

Insekten als wichtiger Teil des Ökosystems

Keine andere Gruppe an Lebewesen ist so artenreich wie die der Insekten. Diese Artenvielfalt macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Ökosystems. Sie dienen zum einen als Nahrungsgrundlage für andere Tiere wie beispielsweise Vögel und kleine Säugetiere. Zudem ist ein Großteil der Nutz- und Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten wie Käfer, Fliegen, Schmetterlinge und Bienen angewiesen. Das Schwinden dieser unentbehrlichen Bestäuber hat leider ernste Konsequenzen für Natur und Mensch. Doch dem kann man entgegenwirken. Eine ideale Unterstützungsmöglichkeit stellen beispielsweise Nisthilfen für Wildbienen dar.

Insektenhotels und ihr Beitrag zum Naturschutz

Ob es als Insektenhotel, Wildbienenhaus, Nützlingsunterkunft oder Nisthilfe für Insekten bezeichnet wird, ist eigentlich ganz unerheblich - gemeint ist die Bereitstellung verschiedener Nistmaterialien und Schutzunterkünfte für Wildtiere wie Insekten und andere Nützlinge. Dabei gibt es verschiedene Größen, von ganz kleinen mit Pappröhrchen oder Schilf gefüllten Nistangeboten bis hin zu großen Konstruktionen, die mehrere Quadratmeter Besiedlungsfläche aufweisen.

Entscheidend für die Besiedlung eines Insektenhotels ist allerdings nicht dessen Größe oder Aussehen, sondern die verwendeten Füllmaterialien. Diese sollten die natürlichen Nistgelegenheiten der Insekten nachahmen. Doch mit dem Aufstellen eines artgerechten Insektenhotels allein ist es nicht getan. Ebenso wichtig ist es, die Nahrungsansprüche der Insekten zu beachten und den Garten oder Balkon insektenfreundlich zu gestalten. Mit einem vielfältigen Pflanzenangebot und dem richtigen Saatgut kann man Insekten wie Wildbienen erfolgreich fördern.

Auf den Inhalt kommt es an: Ungeeignetes Füllmaterial

Im Netz finden sich unzählige Bauanleitungen für Insektenhotels und Informationen darüber, was sich als Füllmaterial eignet und gut von den verschiedenen Insektenarten angenommen wird. Leider gibt es hier auch viele falsche Angaben. Als Folge fertigen viele Leute und Institutionen Nistgelegenheiten an, ohne scheinbar auch nur das geringste Wissen über die Biologie der jeweiligen Insekten zu haben. Einige Hersteller kopieren gegenseitig Modelle, die leider oft ohne Nutzen für die Insekten sind. So findet man in Garten- und Baumärkten sowie auch online in vielen Shops und Marktplätzen noch viel zu häufig als Füllung für Insektenhotels ungeeignete Materialien wie Zapfen, Holzwolle, Lochziegel oder falsch gebohrte Stämme.  Die Anbieter solcher Insektenhäuser lassen die Käufer im Glauben, dass man mit dem Aufstellen dieser Hotels etwas Gutes für die Natur tut. Leider entsprechen sie in vielen Fällen nicht den biologischen Anforderungen der Insekten und stellen somit auch keine Hilfe beispielsweise für Wildbienen dar.

Zusammen mit den Experten vom Projekt Wildbienenschutz haben wir uns kritisch mit den gängigen Hotels für Insekten auseinandergesetzt. Anhand der folgenden Grafik zeigen wir Ihnen, warum der versprochene Nutzen für die Tiere bei solchen "All-inclusive" Insektenhotels ausbleibt und die falsche Füllung den Insekten mehr schadet als nützt.

Insektenhotel mit ungeeigneter Füllung
So bitte nicht!

Mit ungeeignetem Füllmaterial in Insektenhotels bewirkt man genau das Gegenteil von Artenschutz.

 

1. Holzsplitter/Holzwolle für Nützlinge: Marienkäfer finden in der freien Natur und im Garten genügend Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten, so dass dieser Inhalt den Tieren keinen Nutzen bietet. Ohrwürmer freuen sich zwar über Holzwolle als Füllmaterial. Es sollte aber nicht in Nisthilfen für andere Nützlinge integriert werden. Als Allesfresser beschaffen sie sich sonst auch Nahrung nebenan in den Brutröhren der Wildbienen oder Solitärwespen.

2. Gebohrte Hölzer für Wildbienen: Mit Füllmaterial wie diesem leistet man keinen Beitrag zum Artenschutz. Aufgrund der falschen Bohrung (längs zur Faser ins Stirnholz) können sich hier Risse bilden und Feuchtigkeit in die Gänge eindringen. Es kommt zu Pilzbefall, der die Brut zerstört.

3. Einflugloch für Schmetterlinge: Die bunten Falter überwintern nicht in solchen Hohlräumen und entwickeln sich dort auch nicht fort.

4. Halme und Stängel für Wildbienen und Grabwespen: Viele eingebauten Stängel sind nicht hohl. Nur wenige Bienen und Wespenarten beißen oder graben selbst Gänge ins Mark, die meisten benutzen existierende Hohlräume wie Käferfraßgänge oder leere Nisthalme.

5. Kiefern- und Tannenzapfen für Marienkäfer und Florfliegen: Dienen den Nützlingen höchstens als nächtlicher Unterschlupf, nicht zum Überwintern.

Die hier angebotenen Unterschlupfmöglichkeiten werden von den meisten Insektenarten nicht angenommen. Schmetterlinge und Marienkäfer benötigen keinen künstlich gefertigten Unterschlupf. Viel wichtiger ist es, den Lebensraum dieser Insektenarten mit einer naturnahen Gartengestaltung, abwechslungsreicher Bepflanzung und dem Verzicht auf Insektizide und Herbizide artgerecht zu gestalten.

Florfliegen können mit Tannenzapfen und Co. wenig anfangen. Dennoch kann man diese faszinierenden Tiere durch den Einsatz von speziellen Quartieren für Florfliegen unterstützen.

Unterschlupfhilfen für Ohrwürmer gehören getrennt von anderen Insektenhotels oder Nisthilfen im Garten dorthin, wo der Blattlausbefall bekämpft werden soll.

Im Grunde stellt dieses Negativbeispiel eines Insektenhotels lediglich eine undurchdachte Nistmöglichkeit für Wildbienen dar. Wildbienenarten wie beispielsweise Hummeln haben andere Nistvorlieben, da sie zu den staatenbildenden Insekten gehörten. Entsprechend benötigen Sie andere Unterstützungsmöglichkeiten. Wissenswertes und die passenden Produkte zur Unterstützung von Hummeln finden Sie hier auf unserer Kategorieseite Hummelnistkästen

Auch Hornissen sind staatenbildende Insekten mit einer Königin, denen man mit entsprechenden Nistangeboten für Hornissen Hilfe bieten kann.

Insektenhotel kaufen - aber artgerecht!

Die meisten Hautflüglerarten, die in Höhlungen nisten, bohren nicht selbst. Vielmehr beziehen sie bereits vorhandene Nistgänge, in denen sie ihre Brutzellen bauen. Diese Nistgänge werden von bestimmten Käfern durch Käferfraßgänge erzeugt. Da in unserer auf- bzw. ausgeräumten Landschaft natürliche Nistplätze fehlen, sollte es für jeden Naturfreund ein Anliegen sein, den hohlraumnistenden Insekten durch die Anbringung von zusätzlichen Nisthilfen zu helfen.

Glücklicherweise informieren und engagieren sich immer mehr Menschen zum Thema Natur und Artenvielfalt. Sie möchten Insekten unterstützen, indem sie beispielsweise ein Bienenhotel kaufen oder als Bausatz selbst bauen. Entgegen der Vorstellung vieler ist ein Insektenhotel aber nicht als Wohnstätte für die kleinen Tiere gedacht, die sich als Art Insekten-WG ein Haus teilen. Ein artgerechtes Insektenhotel ist in erster Linie eine Nisthilfe, deren Löcher und Röhrchen zur Brutablage von Wildbienen und anderen Nützlinge verwendet wird, wobei die verschiedenen Insektenarten auch in Bezug auf die Bohrungen der Nistgelegenheiten verschiedene Durchmesser der Löcher bevorzugen. Es müssen dabei keine großen Insektenhäuser sein – kleine Nisthilfen sind genauso von Nutzen.

Eine an den Bedürfnissen der Tiere orientierte Verarbeitung sollte dabei im Vordergrund stehen. Insektenhotels und Wildbienen Nisthilfen aus unserer eigenen Produktion sind daher stets artgerecht, praxiserprobt und in Zusammenarbeit mit Experten und Naturschutzverbänden entwickelt. Für die Produktion verwenden wir vorwiegend unbehandeltes Massivholz aus regionaler Forstwirtschaft aus Süddeutschland. Viele der bei uns erhältlichen Insektenhotels werden dabei handgefertigt in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Erfahren sie hier mehr über unser ökologisches und soziales Engagement.

Das richtige Füllmaterial für Insektenhotels

Doch aus welchem Material besteht ein Wildbienenhotel idealerweise? Unsere Übersicht über geeignete und artgerechte Füllungen bzw. Nistangebote für Hohlraumbewohner wie Wildbienen und solitäre Wespen bietet Ihnen eine Hilfestellung, worauf es beim Bau oder Kauf einer Wildbienen Nisthilfe ankommt:

Niströhren aus Pappe

Niströhren aus Pappe

  • Brutröhren aus Hartpapier
  • Robust und umweltverträglich
  • In unterschiedlichen Längen und Durchmessern erhältlich
  • Zellstoff und Kleber ohne bedenkliche Inhaltsstoffe
  • Zur Lebensmittelverpackung zugelassen
Schilf für Wildbienen Nisthilfen

Schilfhalme

  • Atmungsaktives, natürliches Material
  • Saubere Verarbeitung besonders wichtig: Enden dürfen nicht zersplittern und zu sehr ausfransen
  • Zum Ablängen eine Säge verwenden
Bienenbrettchen aus MDF

Bienenbrettchen

  • Aus MDF (mitteldichte Holzfaserplatte)
  • Atmungsaktiv
  • Erweiterbar
Nistholz aus Harthölzern

Nistholz

  • Aus Harthölzern wie Buche, Esche, Eiche
  • Durchmesser lassen sich durch verschiedene Bohraufsätze variieren
  • Wichtig: Nur ins Längsholz bohren (senkrecht zur ehemaligen Rinde), keine Bohrungen ins Stirnholz
Lehmstein für Wildbienen

Lehmstein

  • Besonders langlebig
  • Kann mit unterschiedlichen Durchmessern versehen werden
  • Alternative zu Lochziegel (auf Regenschutz achten)

Häufige Fragen - FAQ

Wie bringe ich mein Insektenhotel korrekt an?

  • Vor Wind und Regen schützen: Durch Nässe und spätere Trocknung können sich an der Nisthilfe starke Risse bilden, die eine Besiedelung verhindern oder sogar bereits enthaltene Brut zerstören.  Als Anbringungsorte eignen sich überdachte Terrassen, Balkone oder Carports oder Hauswände und Gartenhäuser mit Dachüberstand.  
  • Wenn Sie die Nisthilfe an einem Baum aufhängen, dann bringen Sie diese unterhalb der Astgrenze an mit einem entsprechenden Regenschutz.
  • Offene Seite zeigt Richtung Südosten bis Südwesten (abgewandt von der Wetterseite).
  • Nisthilfe ist fest angebracht (z.B. Hauswand, Carport, Pfosten, Balkonbrüstung...), sie darf nicht schwingen (Anbringung mit Hilfe einer Schnur ist ungeeignet).
  • Nisthilfe ist von den Insekten frei anfliegbar, direkt davor befinden sich keine Blätter oder andere Hindernisse.
  • Auf die richtige Höhe achten: nicht zu hoch aufhängen, wenn Sie das interessante Brutverhalten beobachten möchten.
  • Für ausreichendes Nahrungsangebot dank insektenfreundlicher Futterpflanzen sorgen.

Ist meine Nisthilfe wetterfest?

Grundsätzlich sollte vermieden werden, dass das Füllmaterial feucht wird, da es sonst zu Schimmelbefall kommen kann, der die Brut zerstören kann. Ob die Nisthilfe wetterfest ist, hängt in erster Linie vom verwendeten Material ab:

  • Hartholz: Nisthilfen dieser Art dürfen unter keinen Umständen nass werden, sie müssen vor Wind und Regen geschützt angebracht werden.
  • Massivholz: Produkte aus diesem Material sind nur bedingt witterungsbeständig. Wir empfehlen eine wettergeschützte Anbringung sowie einen Wetterschutzanstrich. Wildbienen Nisthilfen aus Massivholz hingegen sind zum Schutz der Brut stets absolut trocken anzubringen.
  • Siebdruck: Modelle, die komplett aus diesem Werkstoff sind, eignen sich optimal für die Anbringung im Freiland. Witterungsbedingte Alterserscheinungen können über die Jahre auftreten, beeinträchtigen die Funktionsweise aber nicht.

Wie schütze ich mein Insektenhotel vor Vögeln?

Da Vögel ihre Jungen fast ausschließlich mit Insekten füttern, sollten Insektenhotels in der Nähe von Vogelnestern oder mit regem Vogelbesuch in der näheren Umgebung mit einem Schutzgitter versehen werden. Falls Ihre gekaufte oder selbst gebastelte Nistmöglichkeit kein Schutzgitter hat, können Sie auch selbst nachträglich ein entsprechendes Gitter anbringen. Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

  • Die Maschenweite sollte ungefähr 2 cm betragen. Deutlich engere Maschenweiten können die Besiedlung der Nisthilfe für größere Insektenarten erschweren. Bei größeren Maschenweiten können bereits kleinere Vögel ihren Kopf hindurchstecken und die Schutzfunktion ist somit nicht mehr gegeben.
  • Für einen optimalen Schutz sollte das Gitter mindestens 3 cm, besser noch 5 cm Abstand zu den Brutröhren haben, damit auch Vögel mit längerem Schnabel nicht an die Brut herankommen.

Was mache ich im Winter mit meinem Bienenhotel?

Nisthilfen für Wildbienen müssen auch im Winter draußen bleiben, da die Bienen in den Löchern sonst vorzeitig aus dem Nest schlüpfen und zugrunde gehen.
Wildbienenarten wie Mauerbienen sind in ihren Kokons auch vor Frost geschützt. In unseren Breiten vorkommende Temperaturschwankungen und Minusgrade sind für sie kein Problem.

Muss ich meine Nisthilfe reinigen?

Eine Reinigung der Nisthilfe ist nicht notwendig, da die Wildbienen ihre Nistgänge bei der Neubesiedlung selbstständig ausräumen.

Was ist bei einer Nisthilfe aus Schilf zu beachten?

Schilf als Naturmaterial ist nie so perfekt glatt und sauber wie beispielsweise Bruthülsen aus Hartpappe. Die Bearbeitung von Schilf ist alles andere als einfach, da es leicht brechen, reißen, ausfasern oder splittern kann und die dabei entstehenden Spreißel um das Eingangsloch eine Besiedlung verhindern können. Die Wildbienen vermeiden sehr stark ausgefranste Niströhren instinktiv, somit sind diese als Nistmöglichkeit wertlos.

Nisthilfe aus Schilf stark ausgefranst
Unsauber verarbeitet

Die Halme sind zu stark ausgefranst,
Wildbienen bleiben hier fern.

 

Weiche Fasern, die so gut wie immer bei einzelnen Röhrchen an der Schnittkante stehen bleiben, hindern die Wildbienen jedoch nicht an der Besiedlung und stellen für die Wildbienen auch keine Verletzungsgefahr dar. Auch bei sorgfältiger Bearbeitung kann es passieren, dass einzelne Halme durch Mark blockiert sind, diese können mit einem Holzstäbchen oder Bohrer freigestoßen werden. Nicht zu verwechseln ist damit das dünnschichtige Mark, das das Innere der Halme in gewisser Weise "auskleidet", ohne das Loch zu versperren. Dieses wird von den Wildbienen bei Bedarf selbstständig ausgeräumt.

Artgerechte Schilfnisthilfe mit glatten Enden an den Halmen
Bereit für den Einzug

Die weichen Fransen an den Schnittstellen stellen keine Verletzungsgefahr dar.