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Eichhörnchen

Eichhörnchen

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so fühlen sich die pelzigen
Nager in Ihrem Garten wohl

Artikel 1 - 4 von 4
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Inhalt

Allgemeine Merkmale

Größe & Gewicht

Fell

Körperbau

Gebiss

Geräusche

Lebensweise

Ernährung

Aufzucht der Jungen

Häufige Fragen - FAQ

Allgemeine Merkmale

Auf allen Kontinenten leben ungefähr 230 verschiedene Hörnchenarten, welche sich durch Größe und Aussehen unterscheiden. Die hier zusammengestellten Informationen beziehen sich auf das bei uns einheimische europäische Eichhörnchen. Diese niedlichen Nagetiere gehören zur Familie der Baumhörnchen und sind eng mit dem Murmeltier verwandte Säugetiere. In Deutschland zählen Eichhörnchen zu den geschützten Wildtieren und ihr Bestand gilt glücklicherweise als nicht gefährdet.

Eichhörnchen im Garten
Putziger Gartenbesuch

Dieses Eichhörnchen sitzt aufrecht, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

 

Größe & Gewicht

Die reine Körperlänge beträgt um die 20 cm, der buschige Schwanz ist nochmals bis zu 20 cm lang und dient dem Gleichgewicht, der Verständigung unter Eichhörnchen sowie zur Temperaturregulation. Ausgewachsene Tiere wiegen ca. 300 bis 400 Gramm.

Fell

Verschieden intensive Rot-, Braun- und Grautöne bis hin zu schwarz. Einflussfaktoren auf die Farben können der Lebensraum sowie das Klima sein. Der Fellwechsel findet halbjährlich zum Wechsel der Jahreszeiten statt. Bei dunkler Fellfärbung werden Eichhörnchen oft fälschlicherweise für eingeschleppte Grauhörnchen gehalten, diese leben allerdings bisher nicht in Deutschland. Die Fellfarbe unserer einheimischen Eichhörnchen kann sich bei einem Fellwechsel komplett ändern. Am gesamten Körper befinden sich Tasthaare. Charakteristisch sind auch die Ohrpinsel (auch Ohrpuschel genannt), welche besonders im Winter stark ausgeprägt sind.

Körperbau

Ihre hohe Körperspannung, muskulöse Hinterbeine, ein besonderes Sprunggelenk und bewegliche lange Krallen machen Eichhörnchen zu flinken Akrobaten in den Bäumen. Sie können kopfüber einen Baum hinunterklettern, sich auf dünnen Ästen halten und bis zu fünf Meter weit springen.

Gebiss

Eichhörnchen verfügen über Schneide- und Backenzähne. Diese insgesamt 22 Zähne werden beim Öffnen von Nüssen wie ein Hebel eingesetzt. Interessant ist auch, dass der Unterkiefer geteilt angelegt ist: So können die unteren Schneidezähne 2 bis 3 mm auseinanderbewegt werden, um die Nuss wie mit einer Pinzette schon durch eine kleine Schalenöffnung zu ziehen. Da die Schneidezähne ständig wachsen, ist deren regelmäßiger Abrieb bei der Nahrungsaufnahme überlebenswichtig.

Geräusche

Eichhörnchen können keckernde, schnalzende Laute von sich geben und bei Todesangst auch schreien.

Eichhörnchen auf einem Baum
Wahre Kletterkünstler

Eichhörnchen können ausgezeichnet klettern und springen.

 

Lebensweise

Eichhörnchen leben in Nadel-, Laub- oder Mischwäldern und sind mittlerweile auch als Kulturfolger in städtischen Gebieten zu finden. So kann man sie in Parkanlagen, Gärten und auf Friedhöfen beobachten. Eichhörnchen sind tagaktiv und halten täglich einen Mittagsschlaf. Sie erreichen in der Natur ein Lebensalter von etwa 3 bis 7 Jahren. Außerhalb der Paarungszeit sind sie überwiegend Einzelgänger, leben gelegentlich allerdings in kleinen Gruppen zusammen, unterstützen manchmal kranke Artgenossen und nutzen denselben Kobel. In den Wintermonaten halten sie Winterruhe (keinen Winterschlaf). Ihr Herzschlag verlangsamt sich, wodurch der Energiebedarf sinkt. So schränken sie ihre Aktivität ein und bleiben an besonders kalten oder stürmischen Tagen teils mehrtägig im Kobel. Im Winter sind die Tiere meist ein bis zwei Stunden aktiv, um sich mit Nahrung aus den angelegten Vorräten zu versorgen.

Ernährung

Im Frühling stehen Baumsaft, Blätter, Knospen und junge Triebe auf dem Speiseplan. In der Sommerzeit und im Herbst werden Pilze, Beeren, reife Früchte, Nüsse sowie Sämereien von Laubbäumen, Tannen- und Kiefernzapfen verspeist. Außerdem gehört tierische Nahrung wie Insekten, Würmer, gelegentlich auch Vogeleier und kleine Jungvögel zur Ernährung der Eichhörnchen. Das ganze Jahr über werden Vorräte an verschiedenen Stellen für den Winter angelegt. Im Boden vergraben, wo aus vergessenen Samen neue Bäume entstehen können oder auch in Astgabeln und Baumrinde. Bis zu 10.000 Nüsse und andere Samen können von einem einzelnen Tier gesammelt werden. Die Eichhörnchen finden nicht jedes ihrer Verstecke wieder, verfügen aber über eine Art inneres Navigationssystem, um sich die Verstecke merken zu können. Ihr guter Geruchssinn hilft zusätzlich, Nüsse aufzuspüren. Man geht sogar davon aus, dass die Tiere wissen, wieviel Vorräte sie vergraben haben. Trotz dieser intelligenten Vorratshaltung kann es passieren, dass das Nahrungsangebot zu gewissen Zeiten zu knapp werden kann. In diesem Fall hilft Zufütterung durch den Menschen dabei, dass die Tiere die kritische Jahreszeit überstehen.

Eichhörnchen mit Erdnuss
Eichhörnchen mögen Erdnüsse

Achten Sie bitte darauf, dass die Erdnüsse auf Aflatoxine getestet wurden.

 

Aufzucht der Jungen

Eichhörnchen haben oftmals zwei Paarungszeiten. Die erste beginnt im Januar, kann sich bei einem strengen Winter oder Nahrungsmangel bis zum Februar ziehen oder sogar ganz ausfallen. Die zweite beginnt ab April. Nach einer Tragezeit von 38 Tagen bringt das Weibchen 2 bis 6 Junge zur Welt. Die Kleinen werden 8 bis 10 Wochen von ihrer Mutter gesäugt und beginnen anschließend mit der Futtersuche. Mit 3 bis 4 Monaten sind die Jungen selbstständig, bleiben aber noch ein paar Monate in der Gegend des mütterlichen Kobels.

Häufige Fragen - FAQ

Warum sollte ich Eichhörnchen füttern?

  • Eichhörnchen, welche durch den Verlust ihres Lebensraums in städtische Gebiete ausweichen mussten, finden dort meist nicht ausreichend natürliche Nahrung.
  • Das natürliche Nahrungsangebot schwindet durch intensive Landwirtschaft und überordentliche Gärtner.
  • Andere Bodenbewohner bedienen sich an den Vorräten der Eichhörnchen, was diese ebenfalls schmälert.
  • Durch hohe Schneedecken oder Frost können Eichhörnchen in strengen Wintern ihre Vorräte nicht erreichen und drohen dann zu verhungern.
  • Junge des ersten Wurfes sind bereits im März/April auf Futtersuche und finden in dieser Zeit noch relativ wenig Nahrung in der Natur.
  • Die Tragezeit beginnt bereits ab Januar, trächtige und säugende Weibchen haben einen zusätzlich hohen Energieverbrauch, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Worauf sollte ich bei der Fütterung von Eichhörnchen achten?

  • Mandeln sind giftig für Eichhörnchen und Erdnüsse sind oft mit schädlichen Schimmelsporen (Aflatoxinen) belastet, daher nur Erdnüsse anbieten, die auf Aflatoxine getestet wurden.
  • Zusätzlich anbieten kann man getrocknete Mehlwürmer, Rosinen, Maronen, Bucheckern, Aprikosenkerne, Cashewkerne und Zirbelnüsse. Frische Nahrung wie Mais, Gurke, Wassermelone, Apfel, Birne, Hagebutten oder Kürbis nur im Sommer und Herbst füttern. Im Winter würde es den Verdauungstrakt belasten.
  • Artgerechtes Futter enthält z.B. Sämereien, Nüsse, Früchte und Insekten.

Wie kann ich meinen Garten eichhörnchenfreundlich gestalten?

  • Materialien zum Auspolstern des Nests (z.B. in Streifen geschnittene, weiche Stoffe, Kapok, Hanfwolle) regengeschützt in einem Kistchen anbieten.
  • Kobel und Futterhäuser aufhängen (Informationen zur richtigen Anbringung finden Sie auf der jeweiligen Produktseite).
  • Bei der Gartenpflege des Bodens nicht zu akribisch vorgehen, da Eichhörnchen dort ihre Wintervorräte verstecken.
  • Optimal wäre ein Haselnussstrauch oder Walnussbaum sowie Obst- oder Nadelbäume.
  • Frisches Trinkwasser in einer flachen Schale geschützt vor Katzen anbringen, da diese natürliche Feinde der Eichhörnchen sind. Viele Vogeltränken (vor allem hängende Modelle) eignen sich auch für Eichhörnchen.
  • Achtung: Regentonnen unbedingt abdecken, da sie eine häufige Todesfalle für Eichhörnchen und andere Wildtiere sind!

Was mache ich mit verletzten Eichhörnchen oder Jungtieren?

Falls Sie ein verletztes Eichhörnchen oder ein Jungtier gefunden haben, das Versorgung braucht, nehmen Sie am besten Kontakt mit einer Eichhörnchenhilfe in Ihrer Nähe auf.