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Handhabung von Nisthilfen

Handhabung von Nistangeboten

 

Handhabung von Wildbienen Nisthilfen

 

Anbringung

Privatgärten bieten Lebensraum für zahlreiche oberirdisch nistende Wildbienenarten. Sie können Wildbienen fördern, sofern geeignete Futterquellen und Nistplätze bzw. Nisthilfen vorhanden sind.

Folgende Punkte sind zu berücksichtigen:

  • Bringen Sie die Nisthilfe so an, dass sie vor Regen geschützt ist.
  • Wählen Sie dazu möglichst einen besonnten Platz: Ausrichtung Südosten bis Südwesten.
  • Bringen Sie die Nisthilfe fest an (Hauswand, Carport, Pfosten, Balkonbrüstung...).
  • Die Nisthilfe darf nicht schwingen.
  • Es dürfen keine Blätter davor sein. Die Nisthilfe muss von den Insekten frei anfliegbar sein.
  • Wenn Sie die Nisthilfe an einem Baum anbringen, dann bringen Sie diese unterhalb der Astgrenze an mit einem entsprechenden Regenschutz.
  • Bringen Sie die Nisthilfe in Beobachtungshöhe an, wenn Sie das interessante Brutverhalten beobachten möchten.

pdf_datei  Zusammenfassung als pdf-Datei hier verfügbar!

Schutz vor Vögeln

Falls in der Nähe der Nisthilfe viele Vögel anzutreffen sind, ist es sinnvoll, die Nisthilfe mit einem Vogelschutzgitter zu versehen. Falls Ihre bei uns gekaufte oder selbst gebastelte Nisthilfe kein Schutzgitter hat, können Sie auch selbst nachträglich ein entsprechendes Gitter z.B. im Baumarkt kaufen und vor der Nisthilfe anbringen. Die Maschenweite des Gitters sollte etwa 2 cm betragen. Bei deutlich kleineren Maschenweiten werden die anfliegenden Wildbienen behindert und besiedeln die Nisthilfe nicht, bei größeren Maschenweiten können kleinere Vögel bereits ihren Kopf hindurchstecken und die Schutzfunktion ist somit nicht mehr gegeben. Bitte achten Sie auch darauf, dass der Abstand des Gitters vom Nistmaterial mindestens 3 cm, besser noch 5 cm beträgt, damit auch Vögel mit längerem Schnabel nicht an die Brut herankommen.

Reinigung und Pflege

  • Nisthilfen für Wildbienen müssen auch im Winter draußen bleiben, da die Insekten in den Löchern sonst vorzeitig aus dem Nest schlüpfen und zugrunde gehen.
  • Eine Reinigung der Nisthilfe ist nicht notwendig, da die Wildbienen ihre Nistgänge bei der Neubesiedlung selbstständig ausräumen.

 

Handhabung von Vogel Nistkästen

 

Anbringung

Allgemeines

  • Die Nistkästen sollten vorzugsweise im Herbst angebracht werden, damit Vögel, Schläfer und Nützlinge im Winter darin ruhen und übernachten können.
  • Wählen Sie einen ruhigen, wind-und regengeschützten Ort, der möglichst für Katzen, Marder und weitere Fressfeinde nicht erreichbar ist. Für Bäume empfehlen wir aus unserem Sortiment einen Alunagel zur baumschonenden Anbringung, sowie den Katzenabwehrgürtel.
  • Für die meisten Vögel empfiehlt sich eine Aufhängehöhe von mindestens 2 Metern.
  • Die Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist ideal. Die Einflugöffnung sollte weder zur Wetterseite (Westen) ausgerichtet sein, noch sollte der Nistkasten der prallen Sonne ausgesetzt sein (Süden). Überhitzung ist tödlich für die Brut!
  • Damit möglichst keine Regennässe eindringen kann, sollte ein Nistkasten eher nach vorne geneigt angebracht werden, niemals nach hinten. Der Nistkasten sollte fest angebracht sein und nicht schwanken.
  • Nistkästen gleicher Bauart sollten einen Mindestabstand von 10 Metern voneinander haben, damit die brütenden Tiere ungestört ihren Nachwuchs aufziehen und ausreichend mit Futter versorgen können. Ausnahme: Koloniebrüter wie Schwalben, Sperlinge (Spatzen) und Stare
  • Von Teerpappe auf dem Dach ist abzuraten, weil Feuchtigkeit nicht richtig abgehalten wird, im Gegenteil: Schnelles Trocknen des Holzes wird verhindert. Dunkle Pappe kann außerdem zu einem für die Brut lebensbedrohlichen Hitzestau im Nistkasten führen.
  • Bitte keine Nistmaterialien in den Nistkasten geben, weil die Vögel selbständig nisten wollen.

Besonderheiten

  • Halbhöhlen: Bringen Sie die Halbhöhle zum Schutz der dort brütenden Vögel möglichst zwischen üppigen Pflanzen an, gleichzeitig sollte jedoch ein Anflug ohne Hindernisse vor der Öffnung möglich sein.
  • Zaunkönigkugeln: Befestigen Sie diese in max. 1 Meter Höhe gut geschützt in Hecken, Sträuchern oder Kletterpflanzen, da der Zaunkönig niedrig nistet.
  • Schwalben Nistkästen: Wir empfehlen die Befestigung an Gebäuden unter Dachvorsprüngen. Als Koloniebrüter bevorzugen Schwalben mehrere Nester nebeneinander.

Reinigung und Pflege

  • Schutz vor Feuchtigkeit und Pilzbefall: Wenn Sie möchten, streichen Sie Nistkästen aus Holz mit Leinöl, welches auf natürliche Weise imprägniert, oder mit umweltfreundlicher Bio-Lasur.
  • Reinigung nach der Brutsaison im Spätsommer oder erst im Februar, um Überwinterer, z.B Siebenschläfer, nicht zu stören. Vor der Reinigung empfiehlt es sich anzuklopfen, um Überraschungen beiderseits zu vermeiden. Wenn man die Reinigungsperiode im Spätsommer verpasst hat, sollte man dennoch eine Kontrolle der Nistkästen auf alte Eier und tote Küken durchführen und diese im Fall der Fälle samt altem Nest entfernen, da sonst die Gefahr des Parasitenbefalls sehr hoch ist. 
  • Verwenden Sie ein Reinigungsgerät und/oder tragen Sie Einmalhandschuhe, um das alte Nest zu entfernen, stärkere Verschmutzungen gut an der frischen Luft ausbürsten, entstehenden Staub möglichst nicht einatmen. Beim Säubern unbedingt auf Reinigungsmittel und Insektizide verzichten, um die Vögel nicht zu gefährden.
  • Bitte verzichten Sie während der Brutsaison auf Kontrollen, um die Aufzucht nicht zu stören.

 


 

Handhabung von Fledermauskästen

 

Anbringung

Im Wald

  • An Bäumen empfiehlt sich eine Höhe zwischen 2 und 5 Metern.
  • Die Ausrichtung des Einfluglochs kann variiert werden, lediglich nach Norden hin ist sie eher ungeeignet.
  • Die Einflugschneise sollte für Fledermäuse mit mindestens 1 Meter stets frei zugänglich sein.

An Gebäuden

  • Die Fledermaushöhle sollte mindestens in 2 Meter Höhe angebracht sein.
  • Je höher die Anbringung desto mehr Arten können angesprochen werden.
  • Fledermauskästen, welche nach unten hin offen sind, müssen katzensicher angebracht werden, da sonst den ausfliegenden Fledermäusen aufgelauert werden könnte.
  • Geeignet sind windgeschützte, teils sonnige Stellen. Ist ein Fledermausquartier den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt, muss das Material wärmeisolierend sein wie z.B. massives Holz oder noch besser Holzbeton.

Reinigung und Pflege

  • Da einige Holzschutzmittel für Fledermäuse giftig sind, bieten sich zum Lasieren umweltfreundliche freundliche Produkte möglichst ohne Chemie an.
  • Pflegeleicht in Bezug auf die Reinigung des Fledermauskastens sind besonders nach unten hin offene Quartiere. Die nach unten fallenden Exkremente sind in der Beschaffenheit relativ trocken, sollten jedoch bei der Wahl des Standortes berücksichtigt werden. Manche Gartenfreunde schätzen diese Hinterlassenschaften als einen der besten natürlichen Dünger durch den hohen Gehalt an Stickstoff, Phosphor und Mineralien wie Magnesium, Kalium oder auch Calcium. Wir empfehlen, keine empfindlichen Gegenstände unterhalb der nach unten offenen Fledermauskästen abzustellen.
  • Geschlossene Fledermauskästen sollten nach dem Auszug der Bewohner gereinigt werden. 
  • Zwischen Mai und August während der Jungenaufzucht sollten Fledermauskästen nicht kontrolliert werden, da die Tiere äußerst stressanfällig sind. Von September bis März können Kontrolle und Reinigung erfolgen, weil Fledermäuse selten darin überwintern.
  • Chemische Reiniger können die Tiere vergiften. Verunreinigungen kann man einfach ausbürsten wenn die Bewohner ausgezogen sind.

Weitere Tipps

  • Selbst wenn der Fledermauskasten korrekt angebracht wurde, kann es eine Weile dauern, bis er von Fledermäusen genutzt wird.
  • Fledermausquartiere in Gruppen anzubringen erhöht den Besiedlungserfolg und sichert die langjährige Nutzung. Von "Gruppen" spricht man bei Anbringung 5-6 Fledermauskästen (des selben oder unterschiedlichen Typs) auf ca. 1000 m².
  • Die Anbringung von mehreren baugleichen Kästen an einer Hausfassade unmittelbar nebeneinander ist möglich, zum nächsten Kastentyp sollten idealerweise 5–10 Meter Abstand liegen.